Serata italiana

Audrey, die Französin aus meiner Mailandzeit, lud mich heute zu einem italienischen Abend ein. Ich kam pünktlich um 19.30h in einem kleinen Café an. Der Kellner verwies mich an einen Tisch, an dem bereits vier Leute saßen. Das war gemessen an Uhrzeit und Kulturkreis bereits verdächtig viel. Tatsächlich kamen die Damen und Herren mittleren Alters aus Frankreich und Deutschland, waren aber am Austausch mit Italienern interessiert. In den folgenden Minuten gesellten sich weitere Franzosen sowie ein Italiener, der bereits seit 40 Jahren in Frankreich lebt, zu uns.

Eine der Französinnen, die neben Audrey noch zu uns stieß, hatte ebenfalls mit mir in Mailand studiert. Sie war mir als weder besonders sympathisch noch als hübsch in Erinnerung und so hatte ich wohl inzwischen auch schon verdrängt, dass sie ebenfalls aus Toulouse kam. Ich erinnerte mich dunkel, dass sie mir einmal ihre Handynummer gegeben hatte, die ich allerdings nie gespeichert hatte, weil ich ihren Namen jedes Mal aufs Neue wieder vergaß. Dieses Mal gab sie mir glücklicherweise ihre Nummer auf einem Zettel samt ihrem Namen, so dass mir umständliche Manöver zum versteckten Eingeben eines Alibinamens in mein Handy erspart blieben.

Alles in Allem war der Abend äußerst flau. Man war sich – wie eigentlich bei jedem Zusammentreffen mit Franzosen – darin einig, dass Sprachdidaktik nicht zu den Stärken der Franzosen gehört. Ähnlich spektakuläre Themen waren Rundreisen in Slowenien, Devisenaustausch in der Slowakei sowie Ratten als sizilianische Delikatesse.

Nach zwei Wochen lässt sich feststellen, dass es hier etwas schwieriger ist als Mailand, internationale Freunde zu finden. Die bisher hochkarätigste Chance zum Kennenlernen von Erasmusstudenten hatte sich bei einer Erasmusfeier am Samstag geboten. Infolge von zu intensivem TGV-Konsum waren aber anscheinend keine brauchbaren Unterhaltungen zustande gekommen. Mehr über den Durchbruch bei meiner hiesigen Sozialisierung gibt es hoffentlich demnächst von dieser Stelle.

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