Rückzug auf Raten (2): Mit Litauern in den Dolomiten

Vor der endgültigen Rückkehr zu einem geregelten Studentenleben verpasste ich meiner internationalen Handlungskompetenz noch letzten Schliff und verbrachte eine Woche mit 20 Litauern und einem Engländer in den Dolomiten. Damit lag ich voll im Trend. Während vor einigen Jahren die Pisten der Alpensüdseite noch fest in deutsch- und italienischsprachiger Hand waren, ist die EU 27 mittlerweile auch an Sella und Grödner Joch gelebte touristische Realität.

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Dicke Kisten aus dem Osten: Wolfsburger und Ingolstädter aus Rumänien und Polen deuten auf steigende Kaufkraft in unseren befreundeten Ost-Nachbarstaaten hin und verdrängen den Teutonen als bedeutendste Auslandsmacht auf den Pisten Südtirols.

So hatten dann auch meine 20 litauischen Freundinnen und Freunde nach 28-stündiger Fahrt im Minibus die familiengeführte Residenz Konstantin im Bozener Umland erreicht. Wenn das Verhalten dieser Stichprobe im Rahmen eines Skiurlaubs auch nicht als repräsentativ für eine ganze Nation gesehen werden kann, so wurden doch einige soziokulturellen Züge litauischen Savoir Vivres sichtbar. Ein Kernpunkt hierbei ist die Wurst als dominantes Element der Küche. Zu Frühstück, Mittagessen und Abendessen passt kaum etwas besser in einen Skiurlaub als jede Menge Wurst. Meine kulinarischen Vorschläge für die Gestaltung des Abendessen wurden dann auch erst akzeptiert, als ich der Beimischung von Wurststücken in der Tomatensauce zustimmte. Trotz der Sauce wurde dann Ketchup zur Geschmacksaufbesserung in Echtzeit hinzugezogen. Glücklicherweise wurden wir dabei nicht von Italienern beobachtet.

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Nachts schützt der Wodka-Schuh vor Kälte.

Auch das gepflegte Saunieren in litauischer Gesellschaft wich von mitteleuropäischen Gepflogenheiten ab. Zur vermeintlichen Prävention der Dehydrierung nimmt man gerne das ein oder andere Dosenbier mit in die Sauna, das sich dort ebenso aufheizt wie Badehose und Bikini. Damit keine Langeweile aufkommt, finden alle fünf Minuten Aufgüsse statt, deren Feuchtigkeit durch Minimierung der Türöffnungszeiten gezielt im Raum gehalten wird.

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Ansprechende Skikleidung vor malerischer Kulisse

Tagsüber ging es hingegen auf die Piste. Der Sella-Rundweg, die neu gebauten Seilbahnen auf die recht hohe Marmolata und das gute Wetter sorgten für einen hohen Spaßfaktor. Damit hat sich wohl auch der erneut 28-stündige Heimweg für die litauischen Freunde gelohnt.

marmolata-panorama_1.jpgFreie Sicht und milde Temperaturen auf 3300 m Höhe

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3 Responses to Rückzug auf Raten (2): Mit Litauern in den Dolomiten

  1. Felix sagt:

    Mann Olli,
    du beweist echt Geschmack! Ich mein jetzt nicht die Wurst in der Tomatensosse…
    Nur die Sonnenbrille will nicht so ganz zum schicken Einteiler passen 😉

    Gruß,
    Felix

    PS: wenn du mal wieder nen neuen suchst: siehr Link – der hat sogar einen Lawinensensor! 😀

  2. amok sagt:

    hey ich hab ein Bild von euch benutzt geht das in Ordnung?

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